Ankündigungstexte Höchste Eisenbahn

 

Ankündigungstexte

Höchste Eisenbahn . Les Seigneurs du Rail . Lords of the Railway


Kontakt: Peter Müller, 17033 Neubrandenburg, Wilhelm Külz Str.2, Tel.:+491725927311

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Nachfolgende Texte sind eine Auswahl für eine Vorstellungsankündigung. Sie sind unterteilt in Kinder - und Erwachsenenvorstellung.

Kindervorstellung: ca. 70 Minuten

Erwachsenenvorstellung: ca. 90 Minuten




Für Kinder

Theater Handgemenge präsentiert:

Höchste Eisenbahn

Männer und ihr Hobby. Ein Welttheater

Eine Co-Produktion mit dem Hans Otto Theater Potsdam und dem Figurentheater Stuttgart

Welturaufführung

Zwei Männer spielen auf einer überdimensionalen Modellbahnanlage im Maßstab 1:22,5 und erzählen dabei eine Geschichte von Hans Fallada, über kleines Unglück und großes Glück


Zwei Männer spielen mit der Modelleisenbahn. Dabei erzählt man gerne. Eisenbahngeschichten natürlich . Eine beginnt so:

„Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Thomas. Er hatte einen kleinen Stoffhund. Eines Tages geschah ein Unglück. Das Lieblingsspielzeug ging auf einer Bahnfahrt verloren. Thomas war untröstlich, nichts auf der Welt machte ihm noch Freude. Wie kann der Vater nur helfen? Er besteigt einen Zug und begibt sich auf eine Reise...“ und auch wenn es erst gar nicht so aussieht, es wird doch noch eine Fahrt ins Glück. Das Bühnenbild, eine Modelleisenbahnanlage” im Maßstab 1:22,5 wird nicht nur Kinder begeistern.


Idee: Peter Müller . Autor: Team . Regie: Markus Joss . Geschichte: Hans Falllada . Spiel: Pierre Schäfer/Peter Müller

Ton: Peter Müller. Licht: Peter Müller . Ausstattung: Christian Werdin



Für Erwachsene

Theater Handgemenge präsentiert:

Höchste Eisenbahn

Männer und ihr Hobby. Ein Welttheater

Eine Co-Produktion mit dem Hans Otto Theater Potsdam und dem Figurentheater Stuttgart

Welturaufführung

Zwei Männer spielen auf einer überdimensionalen Modellbahnanlage im Maßstab 1:22,5 und erzählen dabei eine Geschichte von Hans Fallada, über kleines Unglück und großes Glück

Ein Stück für Männer . Auch für Frauen und Kinder ab 6 Jahre

Hier eine Auswahl von Texten zum Thema:

Die Landschaft die man mit dem Billiet erwirbt, wird zur Vorstellung. Sie gehört zur Eisenbahn, wie die Bühne zum Theater.

Die Reise in eine mit der Eisenbahn erreichbare Gegend erscheint als nichts anderes denn der Besuch eines Theaters oder einer Bibliothek..._Der Kauf eines Eisenbahnbillets bedeutet dasselbe wie der Erwerb einer Theaterkarte. Die Landschaft, die man mit dem Billet erwirbt, wird zur Vorstellung. Sie gehört zur Eisenbahnlinie wie die Bühne zum Theater ...

Der Weg vom Pariser Bahnhofsvestibül in die Ziellandschaft wird tendenziell so kurz wie der vom Theatervestibül zum Logenplatz.

Wolfgang Schivelbusch: Geschichte der Eisenbahnreise


die Zuschauer erstarren, wenn der Zug vorbei fährt.

Franz Kafka


Die Eisenbahn

Da viele meiner Leser keine Eisenbahn gesehen haben, will ich zunächst versuchen, ihnen einen Begriff davon zu geben. Wir wollen eine gewöhnliche Landstraße nehmen, die kann geradeaus verlaufen oder eine Kurve machen, das ist gleich, aber eben muß sie sein, eben wie ein Wohnzimmerfußboden, und deshalb sprengen wir jeglichen Berg, der sich davorstellt, wir bauen auf starken Bogen eine Brücke über Sumpf und tiefe Täler, und wenn dann der ebene Weg vor uns liegt, legen wir dort, wo die Radspuren laufen würden, Eisenschienen, an denen sich die Wagenräder festhalten können. Die Dampfmaschine wird davorgespannt, mit ihrem Meister darauf, der weiß sie zu steuern und zu stoppen, Wagen wird an Wagen gekettet, mit Menschen oder Vieh darin, und dann fährt man los …

Ich will nicht leugnen, daß ich im vorhinein ein Gefühl hatte, das ich Eisenbahn-Fieber nennen will, und das erreichte seinen Höhepunkt, als ich das großartige Gebäude betrat, von dem die Wagenreihe ausfährt …So, genau so muß man durch flache Länder reisen! Es ist, als läge Ortschaft dicht an Ortschaft; jetzt kommt eine, jetzt wieder eine! Man kann sich richtig den Flug der Zugvögel denken, so müssen sie die Orte hinter sich zurücklassen. Die gewöhnlichen Fahrenden, die man auf den Seitenstraßen sieht, scheinen stillzuhalten, die Pferde vor den Wagen heben die Hufe, aber sie scheinen sie an derselben Stelle wieder niederzusetzen, und dann sind wir an ihnen vorbei.

aus „Die Eisenbahn“ von Hans Christian Andersen



Der Mann und sein Hobby

Will man die Gefühlswelt eines Mannes kennenlernen, so muß man beobachten, was er treibt, nicht, was er über sich sagt. Dabei wird man feststellen, daß er auf seiner Flucht vor seiner Innenwelt bis zu den abseitigsten Tätigkeiten vordringt. Man wird ihn dabei entdecken, wie er Kathedralen aus Streichhölzern baut, wie er auf der Suche nach chinesischem Porzellan in gesunkenen holländischen Schiffen bis auf den Grund des Ozeans taucht oder Fußschemel aus dem Frühbarock sammelt. Der Mann ist ein Wesen des Hobbys. Die Briefmarkensammlung oder der Modellflugzeugbau ist ein Abbild der Ordnung. Hier hat jeder Mann sein kleines Reich. Hier kann jeder regieren oder den Lokomotivführer, Kapitän oder Astronauten spielen. Das heißt, hier ist er in Kontrolle.

Ein Hobby neigt zum Wuchern. Mit ihm wächst auch der Mann. Hat er Talent, wächst er über sich hinaus und wird zum Erbauer von Welten.


Bekanntlich ist Hobby ein englisches Wort und heißt eigentlich hobbyhorse, also Steckenpferd.

Was die Welt für Gott ist, ist das Projekt für den Konstrukteur. Ihn fasziniert die Vision eines von ihm geschaffenen Werks. Er möchte der Welt etwas hinzufügen, was so objektiv ist wie sie selbst. Etwas, das selbständig weiterexistiert, das die Welt verschönert, sie ab-bildet, sie ergänzt oder ein Modell der Welt selbst darstellt. Der Konstrukteur kommt in mehreren Unterarten vor. Es gibt ihn als Erbauer von Türmen und Brücken oder anderen Bauwerken, die der menschlichen Kühnheit gewidmet sind. Oder als Ingenieur, der gewaltige Kraftwerke oder Eisenhütten baut. Oder als Architekt der großen und kleineren Gebäude, die der Mensch selbst bevölkert. _Aber es gibt ihn auch im Reiche geistiger Konstruktion. Da ist der Philosoph, der aus Begriffen Systeme baut, die so durchdacht und stabil sind wie das Empire State Building.Da ist der Schriftsteller, der in einem Roman eine neue Welt erschafft. Da ist der Filmemacher, der Theaterregisseur, der Maler, der Drehbuchautor, der Modeschöpfer, der Designer, der Komponist oder wer immer sich noch zu der Bruderschaft der Schöpferzunft zählen mag. Konstrukteure fühlen sich selbst als Schöpfergott. Der Glutkern ihres Lebensgefühls ist das Werkbewußtsein. Sie sind deshalb Fanatiker des Objektiven.

aus „Männer“ von Dietrich Schwanitz


Wenn dem Mann auf der Maschine das Abfahrtssignal gegeben ist, fährt er den Zug ausschließlich nach den Signalen, die ihm angeben, ob sein Weg sicher und ungefährdet ist; Hindernisse kann er nicht sehen, sie werden ihm signalisiert.

Andreas Hemberger


Wie sehr aber die fortschreitende Lösung des Innenraums bei der Eisenbahn auf unsere festen Behausungen eingewirkt hat, läßt sich an modernen Küchen erkennen, die ihre besten Anregungen von der Speisewagenküche bezogen haben. Ideale arbeit- und raumsparende Anordnungen sind übernommen und für den Gebrauch der Hausfrau verändert worden, artistische Geschicklichkeit wird von ihr nicht verlangt, sie hat nicht hundert Personen zu nähren und ihre Küche rast nicht mit hundert Stundenkilometer Geschwindigkeit durch die Lanschaft.

Andreas Hemberger


Es gehört wohl zum Wesen des Rades, zu dem es die sonst so erfinderische Natur nur nachlässig gebracht, wortwörtlich paradox - revolutionär zu sein: ein Teil schwingt vorwärts, der andere zurück; und dieser Vorgang geschieht so fließend flink, daß das Rad selber wohl ahnungslos ist, was ihm Kopf, was Füße sind.

Joachim Schumacher


Idee: Peter Müller . Autor: Team . Regie: Markus Joss . Geschichte: Hans Falllada . Spiel: Pierre Schäfer/Peter Müller Ton: Peter Müller . Licht: Peter Müller . Ausstattung: Christian Werdin

Kontakt: Peter Müller . Tel: 0172592 73 11 .